Projekte : Ökomedia Projekte
Hier finden Sie eine Übersicht über vergangene Projekte des Ökomedia Instituts für umweltbezogene Medienarbeit.
Filmtournee "Baumwolle - Produktion und globaler Handel" (2004)
Weltweit werden ca. 20 Mio. Tonnen Baumwolle produziert. Insgesamt wird auf 33 Millionen Hektar Land oder 2,4 Prozent des Agrarlandes in über 60 Staaten der Welt Baumwolle angebaut. Sechs Länder produzieren 78 % der Weltproduktion: China, USA, Indien, Pakistan, Usbekistan und die Türkei. Um die Erträge hoch zu halten, wird sie normalerweise in Monokulturen nur einjährig kultiviert. Immense Ertragssteigerungen - um das Dreifache seit den 30er-Jahren - waren nur durch intensivierte Anbauverfahren mit künstlicher Bewässerung, dem Anbau ertragreicher Sorten, dem Einsatz von viel Kunstdünger und synthetischen Pestiziden möglich. Dabei bedroht der konventionelle Anbau die Umwelt und Existenz von Kleinbauern.
Baumwolle ist für Konsumenten in den Industrieländern ein unmittelbar greifbares Produkt, anhand dessen die globalen Zusammenhänge von Produktion und Handel anschaulich dargestellt werden können. Verbraucher können (theoretisch) am Ende der Fertigungskette direkten Einfluss nehmen auf Produktionsbedingungen in sog. Entwicklungsländern. Kleidung ist darüber hinaus insbesondere für junge Menschen zu einem der wichtigsten Mittel der Selbstdarstellung geworden. Vor diesem Hintergrund führte das Ökomedia Institut im Rahmen dieses Projektes eine bundesweite Filmveranstaltungstournee zum Themenbereich "Baumwolle - Produktion und globaler Handel" durch.
Spots for Nature (2001)
Im Rahmen des Wettbewerbs "Naturschutz 21" führte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) 2001 den bundesweiten Filmwettbewerb "Spots for nature" durch. Produziert werden sollten Werbespots (60- max. 90 Sekunden), die sich an die junge Generation wenden. Die Spots sollten zeigen, wie sich Natur und Naturschutz mit dem Lebensgefühl junger Leute vereinbaren lassen. Nicht gesucht waren schockierende oder sarkastische Spots. "Spots for nature" zielte damit bewusst auf ein anderes als das bislang häufig vorkommende "nostalgische" Image des Naturschutzes ab.
Die Auswahl der Gewinnerspots durch eine hochkarätige Jury sowie eine erste Präsentation der Gewinnerspots fand während der ÖKOMEDIA 2001 statt. Die offizielle Preisverleihung wurde im Rahmen des internationalen Festivals der Umwelt Film Festivals ECOMOVE am 2. Dezember 2001 in Berlin veranstaltet.
Der Wettbewerb wurde vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Ökomedia Institut und Kommunikationsverband veranstaltet. Er wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.
Umwelt Filmschau in China (2001)
In Kooperation mit "Environmental Educational Television Project for China" (EETPC) führte das Ökomedia Institut in der Zeit vom 4.4. - 21.4.2001 in verschiedenen Orten in Beijing eine Umwelt Filmschau durch. 20 Filme von früheren Ökomedia-Festivals - die in besonderem Maße die Situation des heutigen Chinas betreffen - waren zu sehen. Neben öffentlichen Screenings wurden die Filme auch bei geschlossenen Veranstaltungen, so z.B. für die Mitarbeiter des staatlichen Fernsehens oder für die Mitarbeiter von Polizei und Forstverwaltung, vorgeführt. Insgesamt wurde das Filmprogramm von über 100.000 Menschen gesehen und lebhaft debattiert. Ziel war es, die chinesische Öffentlichkeit über globale Umweltthemen zu informieren und Lösungsstrategien aufzuzeigen.
Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und weitreichenden Kontakte zu TV-Anstalten und Produzenten übernahm das Ökomedia Institut neben der (vorbereitenden) Organisation des Festivals insbesondere die Ablösung der Filmrechte für das Festival sowie für eine weitergehende Nutzung der Filme in der Umweltvideothek von EETPC.
TACIS-Projekt (1995-2000)
Von 1995 bis 2000 führte das Ökomedia Institut mit der Unterstützung der Europäischen Kommission ein umfangreiches Projekt im Bereich der Umweltbildung in den 12 GUS-Ländern und der Mongolei durch. Vorrangiges Ziel dieses Projekts war die Schaffung bzw. Erweiterung eines öffentlichen Umweltbewusstseins durch den Einsatz von Medien. Zu diesem Zweck errichtete Ökomedia über 200 Umweltvideotheken und einen regelmäßigen Informationsdienst für den Bildungsbereich, ein spezifisches Ausbil-dungskonzept für Multiplikatoren und organisierte die Ausstrahlung zahlreicher Umwelt-beiträge im nationalen und regionalen Fernsehen der Projektländer.
Durch den Aufbau von zahlreichen regionalen Umweltvideotheken konnte das Projekt langfristig eine breite Bevölkerungsschicht für globale und lokale Umweltthemen sensibilisieren. Ein Newsletter des Ökomedia Instituts sorgt noch heute für einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch und Vernetzung der einzelnen Akteure. Das Ausbildungsprogramm ermöglichte den Multiplikatoren in den verschiedenen Ländern grundlegende methodische Kenntnisse der medialen Umweltbildung zu erwerben. Dieses Wissen erreichte via Multiplikatoren zahlreiche andere Interessensgruppen. Darüber hinaus hat Ökomedia durch die Fernsehausstrahlung zahlreicher Umweltfilme in den einzelnen Ländern für ein allgemeines Interesse am Umweltgeschehen gesorgt.
Das Ökomedia Institut führte dieses Projekt im Rahmen des TEAP-Programms (Tacis Environment Awareness Raising Programme) der Europäischen Union durch.
Medienpaket "Mensch und Umwelt" (1999)
Im Auftrag des Goethe-Instituts München stellte das Ökomedia Institut 1999 nach mehrjähriger Recherche ein Medienpaket "Mensch und Umwelt" zusammen. Es besteht aus zehn Dokumentationen sowie einem Begleitheft zu den Themen: Wasserverschmutzung, radioaktiv kontaminierter Boden, gentechnisch veränderte Pflanzen, Klimaveränderung, Müllentsorgung und erneuerbare Energien. Das Paket unterstützt die kulturelle Arbeit des Goethe-Instituts im Ausland.
Die Deutsche UNESCO-Kommission hat es 2001 als "Offiziellen deutschen Beitrag für das internationale Jahr der Vereinten Nationen" ausgewählt. Darüber hinaus wurde es im Frühjahr 2000 im Rahmen einer Lateinamerika-Tournee sowie 2001 in Usbekistan und Georgien sehr erfolgreich gezeigt.
Umwelt Film Festival in Moskau (1993/94)
1993 und 1994 organisierte das Ökomedia Institut gemeinsam mit dem Goethe Institut ein internationales Filmprogramm in Moskau. Das Goethe Institut lud zu diesem Ereignis Journalisten, Regisseure und Redakteure aus ganz Russland ein. Gezeigt wurden im Rahmen dieser beiden Filmfestivals die besten Ökomedia-Filme der letzten zehn Jahre sowie aktuelle Beiträge. Gleichzeitig waren russische Regisseure und Fernsehanstalten aufgefordert, ihre neuesten Filmbeiträge vorzustellen. Einen breiten Raum nahmen Diskussionen und Filmgespräche zu den Themen alternative Energien, Tier- und Naturschutz, Abfall- und Wassermanagement, und Umwelterziehung an den Schulen. Vertreter der Deutschen Anstalten WDR, ORB, ZDF tauschten mit Redakteuren der grossen TV-Sender wie REN-TV, NTV ihre Erfahrungen aus. Aus diesen Treffen gingen zahlreiche fruchtbare Impulse und neue Filmprojekte hervor, wie z.B. die Gründung der Umweltsendung "Sreda" von Natalja Velikodnaja, die Russland-weit über Jahre hinweg ausgestrahlt wurde.
1994 begann das Ökomedia Institut eine erfolgreiche und bis heute andauernde Kooperation mit ECAT-St. Petersburg, der internationalen Abteilung der St. Petersburger Umweltverwaltung. Nachdem eine Reihe von Umweltfilmen erfolgreich auf dem St. Petersburger 5. Kanal ausgestrahlt wurden und ein Umweltfilmverleih bei ECAT-St. Petersburg für Lehrer und Umweltorganisationen große Nachfrage fand, entschlossen sich Ökomedia und ECAT 1995 und 1996 mit der Unterstützung der Europäischen Kommission gemeinsam das Umweltfestival "Greenvison" ins Leben zu rufen. Dadurch sollten Umweltthemen der Region, des Baltikums, und Rußlands in Zusammenhang mit internatinalen Umweltfragen diskutiert und qualitative Filmbeiträge gezeigt werden. Besonders fruchtbar erwiesen sich die Gespräche mit russsichen und europäischen Medien- und Umweltexperten. Ein umfangreiches Kinder- und Jugendprogramm, das jährlich zahlreiche Schulklassen besuchen, wurde einer der wichtigsten Schwerpunkte dieses Festivals. Seit 1997 organisiert ECAT Green Vision in einger Verantwortung und rückt immer stärker in das Rampenlicht der internationalen Festivallandschaft. Dieses Festival hat inzwischen auch einen festen Platz in der städtichen Kultur und wird von der Stadtverwaltung, der Partnerstadt Hamburg, und anderen nationalen und internationalen Sponsoren unterstützt.
Fortbildungsveranstaltungen für Medienschaffende aus den neuen Bundesländern (1993)
In Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland bot das Ökomedia Institut zwischen Februar und September 1993 eine fachliche Fortbildungsreihe in Form von sechs kompakten Wochenendseminaren in der Weiterbildungsstätte Ferch bei Potsdam an. Als siebte Veranstaltung wurde zum Journalisten-Forum auf der ÖKOMEDIA '93 in Freiburg eingeladen. Die 10. ÖKOMEDIA bot eine Vielfalt von Eindrücken, Bildungsmöglichkeiten und Kontakten. Die Retrospektive bedeutender Umweltfilm-"Klassiker", der internationale Filmwettbewerb sowie das Treffen von Umweltfilmemachern aus aller Welt haben den Kursteilnehmern weitere Dimensionen der Umweltmedienarbeit eröffnet.
Ziel dieser Veranstaltungen war, den unabhängigen Filmschaffenden und JournalistInnen bei Rundfunkanstalten und der Presse in den neuen Bundesländern, deren Arbeit auf ökologische Themen zielt, Erfahrungen in allen Apsekten der Medienarbeit und der Herstellung von freiproduzierten Filmen und derenVerleih sowie Vertrieb bzw. Vermakrtung zu vermitteln. Auch die Möglichkeiten und die Grenzen der Fernsehproduktion wurden hinterfragt.
Die Durchführung dieser Fortbildungsveranstaltungen wurde gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt.
Umwelt Filmfestival Japan (1992)
Im Dezember 1992 fand das 1. Earth Vision Umweltfilmfestival in Tokio/Japan statt. Earth Vision war das 1. Umweltfilmfestival, das in Asien durchgeführt wurde und war ein Zeichen des wachsenden Umweltbewußtseins in dieser mächtigen industrialisierten Nation. Earth Vision '92 hat entscheidende Hilfestellung durch die Kooperation mit dem Ökomedia Institut erhalten, das dem Organisationsteam in Japan mit seinem Wissen, Rat und Erfahrung und durch die Kontaktherstellung zu internationalen Filmemachern und Produzenten zur Seite stand.
Der erste Kontakt zu den Organisatoren von Earth Vision fand während der ÖKOMEDIA '91 statt. Eine japanische Delegation besuchte das Festival und war begeistert von der Vielfalt der im Wettbewerb gezeigten Filmbeiträge und den anschließenden Diskussionen. Daraufhin erfolgte im April 1992 der Abschluß eines Kooperationsvertrages zwischen dem Earth Vision Committee und dem Ökomedia Institut.
Das 1. Earth Vision Umweltfilmfestival fand auf der Hauptgeschäftsstraße in Tokio statt und erhielt sehr viel Aufmerksamkeit von Fernseh-und Rundfunksendern und der Presse. Insgesamt wurden 94 Filme aus 27 Ländern vorgeführt. 19 Filme aus 14 Ländern waren Filme, die auf früheren ÖKOMEDIA Festivals gezeigt wurden. Heidi Knott als Geschäftsführerin und Erhard Schulz als Vorstandsmitglied nahmen an diesem ersten Umweltfilmfestival teil. Frau Knott war gleichzeitig Mitglied der internationalen Jury von Earth Vision '92.


